Oxidativer Stress ist kein statischer Zustand – das machte Dr. med. Dirk Wiechert in seinem eindrucksvollen Vortrag auf dem Jubiläumskongress 2025 sehr klar. Entscheidend sei nicht das Vorhandensein von Oxidation, sondern ihr Rhythmus: Kleine oxidative Reize trainieren den Organismus (Hormesis), dauerhaft erhöhte Oxidation hingegen führt in Erschöpfung, Entzündung und Verlust der zellulären Regulation.
Dr. Wiechert zeigte anhand zahlreicher Patientenbeispiele, wie wichtig objektive Diagnostik geworden ist. Ein oxidatives Stressprofil offenbart oft schon früh, ob Stoffwechselwege blockiert sind – beispielsweise, wenn Lipidperoxidation erst messbar wird, nachdem die intrazellulären Antioxidantien erschöpft sind. Bereits davor verändern sich die Andockstellen der Zellmembranen, sodass Mikronährstoffe nicht mehr richtig transportiert werden. Besonders bei Patientinnen und Patienten mit Erschöpfungssymptomatik findet sich häufig ein Muster aus hohen oxidativen Markern und gleichzeitig erschwerter Regeneration.
Therapeutisch stellte Dr. Wiechert ein vielschichtiges Konzept vor, das Entzündung senkt, Antioxidantien systemisch verfügbar macht und gleichzeitig die „biologische Leitung“ offen hält. Dazu gehören u. a.:
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Kombinationen aus fett- und wasserlöslichen Antioxidantien
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B-Vitamine, darmbezogene Therapie und Phospholipide
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intravenöse Infusionen (Vitamin C, Phospholipide, begleitende Aminosäuren)
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kurze Abstände von N-Acetylcystein und frischem reduziertem Glutathion als „akute Löschimpulse“
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begleitende Methoden wie BioPhoton-/Lasertherapie, Akupunktur und gezielt dosierte Hormesis-Reize
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Mitochondrienfunktion: Viele Betroffene besitzen „viele, aber ineffiziente“ Mitochondrien. Nachhaltige Verbesserung entsteht erst über Biogenese, die Aktivierung von Nrf2 und PGC-1α sowie die Senkung von Protonenleck und oxidativen Schäden.
Besonders praxisnah war Dr. Wiecherts Hinweis auf Umwelt- und Ernährungseinflüsse: hochverarbeitete Kost, Blutzuckerspitzen, Nanopartikel aus Kosmetika oder Hausstaub und Dysbiosen fördern oxidativen und nitrosativen Stress erheblich. Als hilfreiche Detox-Unterstützung stellte er eine spezielle Huminsäure (DH67) vor, die nachts oder – bei starker Belastung – auch tagsüber eingesetzt werden kann, um Toxine zu binden und die Darmschleimhaut zu entlasten.
Seine zentrale Botschaft:
Regeneration braucht Messbarkeit, Konsequenz und eine fein abgestimmte Dosierung. Zu starke Reize verschlechtern den Zustand vulnerabler Patienten – richtig gewählte Reize hingegen aktivieren Heilungsmechanismen.
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